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Sechs Rheinland-Pfälzische Weinbaugebiete
Rheinland-Pfalz liegt im Herzen Deutschlands. Schon in früheren Zeiten kreuzten sich hier die Handelsrouten des gesamten Kontinents. Im Vergleich der Bundesländer liegt das Land Rheinland-Pfalz vorne.
Die Exportquote der Weinprodukte beträgt 40 Prozent vom Gesamtumsatz des Landes Rheinland-Pfalz. Rheinland-Pfalz ist Deutschlands Weinland Nr. 1.
Zwei von drei deutschen Weinflaschen werden an Mosel und Saar, Nahe und Ahr, am Mittelrhein, in der Pfalz oder in Rheinhessen abgefüllt. Kaum irgendwo ist die regionale Identität so stark mit dem Weinbau verbunden wie in Rheinland-Pfalz.
Ausgewählte Anbaugebiete
Die Weinanbaugebiete von Rheinland-Pfalz
Rheinhessen
Rheinhessen liegt im weiträumigen Dreieck zwischen Mainz, Worms und Bingen, es ist mit seinen rund 26 000 Hektar Rebfläche das größte deutsche Weinanbaugebiet.
Rheinhessen ist ein Weinland mit einer sehr dynamischen jungen Winzergeneration, das viele überraschende Entdeckungen bietet. Es sind nicht nur die Rieslinge von den renommierten Lagen am Rhein, die mit Nerv und Finesse überraschen. Auch die Traditionssorte Rheinhessens, der Silvaner, macht als moderner, frischer Rheinhessen Silvaner – kurz RS genannt – von sich reden.
Die klassischen Rebsorten sind wieder mächtig im Kommen. Besonders auffällig ist jedoch der Rotwein-Boom. Dornfelder & Co. stellen fast ein Drittel der gesamten Rebfläche Rheinhessens. Mit dem Jahrgang 2000 kamen die Weine aus der Vereinigung Großes Gewächs Rheinhessen* erstmals auf den Markt.
Ziel ist es, trockene, terroirgeprägte Spitzenweine aus erstklassigen Lagen zu kennzeichnen. Für Große Gewächse werden in Rheinhessen nur Riesling und Spätburgunder verwendet. Der Winzersekt wird nach einer alten französischen Methode versektet, ist im Geschmack aber herrlich frisch rheinhessisch.
Seit 1992 gibt es mit der Selektion Rheinhessen eine neue Klasse feiner Weine. Sie gibt strenge Regeln vor, die sich auf die kurze Formel bringen lassen: alte Reben, klassische Rebsorten, von Hand gelesen, niedrige Erträge.
Damit werden herausragende Qualitäten erzeugt. Lernen Sie Rheinhessen und die Weine am einfachsten in seinen Straußwirtschaften kennen. Hier genießt man den Wein und kleine Speisen direkt beim Winzer.
Kurzum: Rheinhessen als Weinland mit viel Kultur und Tradition, mit geselligen, weltoffenen Menschen muss man entdecken.
Pfalz
Das Klima meint es gut mit der Pfalz. Bei 1800 Sonnenstunden reifen hier Feigen, Kiwis, Mandeln und Zitronen.
Eine Region mit mediterranem Flair, wo Lebenslust und Genussfreude besonders ausgeprägt sind. Über zwei Dutzend Rebsorten werden angebaut und dabei stehen die klassischen Rebsorten im Vordergrund.
Vor allem der rassige Riesling ringt auch Experten immer wieder höchste Anerkennung ab. Daneben findet man edle Weiße und Graue Burgunder, vollmundige Silvaner, leichte Weißherbste vom Portugieser, tiefdunkle Dornfelder und fruchtige Spätburgunder.
Aber auch internationale Rebsorten wie Chardonnay, Merlot und Cabernet Sauvignon gewinnen immer mehr an Bedeutung. Mittlerweile ist die Pfalz, die mit 8100 Hektar roten Sorten bestockt ist, zum größten deutschen Rotwein-Gebiet aufgestiegen.
Mosel-Saar-Ruwer
Willkommen im größten Riesling- und zugleich größten Steillagenweinbaugebiet der Welt.
Auf mehr als 5000 Hektar Fläche wächst die „Königin der weißen Rebsorten“.
Die Mosel und ihre Nebenflüsse Saar und Ruwer haben sich in vielen Windungen tief ins Rheinische Schiefergebirge eingegraben und so die Hänge mit mineralreichen und Wärme speichernden Schieferböden entste¬hen lassen – das Terroir schlechthin für Riesling.
Die Kombination von Rebe, Boden und Mikroklima bringt in einer langen Reifephase besonders feinfruchtige, aromatische Weine hervor. Neben den weltweit bekannten edelsüßen Auslesen und Eisweinen erzeugen die Winzer an Mosel, Saar und Ruwer trockene Rieslinge der Spitzenklasse, die sich durch Frucht und Mineralität auszeichnen und hervorragend mit vielen Speisen harmonieren.
Eine Spezialität der Mosel ist die Rebsorte Elbling, die vermutlich schon von den Römern angebaut wurde. Der Elbling wird vor allem auf den Muschelkalkböden der oberen Mosel angebaut und ergibt frische, meist trockene Weine, die sich sehr gut zur Herstellung von Sekt eignen.
Wichtige Rebsorten an Mosel, Saar und Ruwer sind zudem Weißer Burgunder, Rivaner (Müller-Thurgau) und der Blaue Spätburgunder.
Neben dem Wein hat die fast 2000-jährige Weinkulturlandschaft an Mosel, Saar und Ruwer für Erholungssuchende und kulturell interessierte Menschen viel zu bieten. Wanderwege und Klettersteige wie im Calmont, dem steilsten Weinberg der Welt, erschließen die Weinlagen, gut ausgebaute Radwege führen entlang der Flüsse vorbei an römischen Kelteranlagen, mittelalterlichen Burgen und Winzerdörfern.
Nahe
Eine bewegte Erdgeschichte hat dem Anbaugebiet Nahe seine Bodenvielfalt beschert: Rotliegendes, Löss, Lehm, Quarzit, Schieferverwitterung und Porphyr.
Das alles mit lieblichen grünen Flusslandschaften und leuchtend roten Felsformationen, von Martinstein bis Bingen und in den Tälern von Guldenbach, Gräfenbach, Glan und Alsenz.
Das ist die Grundlage, auf der die Nahewinzer so viele verschiedene Rebsorten in bester Qualität anbauen. Finden Sie Ihre Favoriten heraus: Darf es ein Riesling, Rivaner, Silvaner, Weißer oder Grauer Burgunder sein? Oder mögen Sie lieber die Roten wie Spätburgunder, Dornfelder oder Regent?
Mittelrhein
Die Reben im Anbaugebiet Mittelrhein stehen an den Hängen zwischen Bingen und Bonn. Der hohe Anteil an Steillagen ist der Garant dafür, dass am Mittelrhein Spitzengewächse heranreifen.
Der Riesling ist die Hauptsorte des Anbaugebietes. Für ihn sind die Bedingungen in den wärmespeichernden Schieferlagen im Mittelrheintal optimal. Er ist körperreich, mineralisch, frisch in der Säure und hat eine wunderbare Pfirsichfrucht.
Das Rheintal ist eine alte Handelsverbindung. Davon zeugen die zahlreichen Burgen, die früher Zollstationen und Kontrollstützpunkte waren. Die Gasthöfe mit Fachwerk, Weinfeste, Straußwirtschaft mit Rheinblick und gute Hotels laden den Reisenden zum Verweilen ein, die Loreley lockt.
Was wäre das Welterbe „Oberes Mittelrheintal“ ohne seine Steillagen, ohne seine Weinberge? Auch hier sind Gäste aus aller Welt herzlich willkommen. Am letzten Sonntag im Juni gehört der Mittelrhein unter dem Motto „Tal total“ den Fußgängern, Radfahrern und Inlinern.
Ahr
Das Ahrtal im Norden von Rheinland-Pfalz hat als Ausflugziel Magnetwirkung. Dafür sorgt die ideale Kombination von aufregender Landschaft, ausgedehnten Wander- und Radwegen, eng verknüpft mit Top-Gastronomie und Spitzenwinzern.
Die Weine der Ahr haben der Region den Titel „Rotweinparadies“ eingebracht.
Mit 520 Hektar Rebfläche zählt das Anbaugebiet zwar zu den kleinsten Deutschlands, zugleich stellt es jedoch landesweit das größte zusammenhängende Rotweinanbaugebiet dar.
Fast 1500 Sonnenstunden im Jahr und ein mittelmeerähnliches Mikroklima in den Steillagen lassen ausdrucksstarke Spitzenweine gedeihen. Auf 80 Prozent der Anbaufläche leuchten im Herbst rote Trauben, zur Hälfte Spätburgunder, gefolgt vom Portugieser.
Beim Weißwein liegt der Riesling ganz vorne. Lohn der beschwerlichen Winzerarbeit sind zahlreiche Auszeichnungen wie „Winzer des Jahres“ oder „Rotwein des Jahres“.
Wie eine Perlenkette reihen sich urige Weinorte mit namhaften Weingütern und gemütlichen Straußwirtschaften aneinander. Alle Orte stehen in direkter Verbindung zum 1972 eröffneten Rotweinwanderweg.
Hier kann man den Winzern bei der Traubenlese über die Schulter schauen und einen herrlichen Einblick in eines der bekanntesten Rotweinanbaugebiete Deutschlands genießen.
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